Euerdorf Panorama mit Wappen3

das Gasthaus Lamm,
ehemals Gemeindewirtshaus

Die Gemeindeschenkstatt, die sich im Erdgeschoss des einstigen Amts- und Rathauses befand, wurde an einen Wirt verpachtet, der von jedem Fuder Wein drei Ortsgulden an die Gemeinde zu zahlen hatte. Nur das »Ungeld«, eine Art Alkoholsteuer, musste an die fürstliche Kellerei abgeführt werden.

Im ummauerten Hof des Anwesens befand sich ein Stall für die Pferde »reisiger« Übernachtungsgäste und im angrenzenden Gebäude ein beheizbares Nachtlager. In späteren Jahren, nachdem die Verwaltung des Amtes wieder auf die neu gestaltete Trimburg und die fürstliche Kellerei in die verwaisten Klosterräume nach Aura gezogen waren, fiel das Gebäude ganz der Gemeinde zu. Euerdorf besaß nun eines der größten Rathäuser im Saaletal. Man wollte sich wohl darin mit dem fuldischen Hammelburg messen können.

Für die Gaststube erließ Julius Echter folgende strenge Verordnung: »Nachdem das Langsitzen in Wirtshäusern auch den Eingesessenen wegen des unnötigen Aufwendens und Verschwendens an Weib und Kind und einer Haushaltung ganz schädlich, so soll ein jeder sich aus dem Wirtshaus, so die Weinglocke allen Tagen geläutet, begeben und soll sich nach solcher Zeit bei Strafe eines Guldens nicht mehr darinnen befinden lassen, fremde Personen ausgenommen«. Die Weinglocke läutete am Abend im Sommer um 9 Uhr, und im Winter um 8 Uhr.

11_Gemeindewirtshaus - Leber


 

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